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Novemberabend
Draußen der Sturm
plagt
Drinnen der Wurm
nagt
Gedärme, Gebein
mahlende Pein
eiskaltes Grauen
nach warmer Stube
wartet die Grube
auf alles Gekrieche
auf
Alte und Sieche
auch mich
und auf
Dich!
Wie
fürchterlich
Winterlied
Kaltgeworden
über Nacht
Eistuch, weißes,
knirscht und kracht.
Tauber
Himmel,
trübes Grau,
böses Licht durchs Fenster
Schneegewimmel,
märchenblau,
schweigende Gespenster.
Alle
Orte
Nature Morte
Rabenkehlen werden wund.
Schwere
Stiefel.
Tiefe Spur
bis zum finstren Erdenrund.
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Zur
Zwölften
Firlefanz
Totentanz
Schmätzen aus den Gräbern
Nachtgrab nagt an
Rattenschwanz
Suff nagt an den Lebern
Lautes
Leben
Stille Nacht
Schatten
kriecht aus Ecken
Totenuhr im Balken kracht
Sensenmann zu wecken
Kinderschreck
In des sterbenden Tages Stille
gehst Du versonnen die Wiesen entlang
Nachzuspüren ist Dein Wille
den Kindermärchen, dem alten Gesang
Im
goldenroten Nebelschein
der schwindenden Abendsonne
klingt ein
märchenhaftes Lied
Du lauschst ihm mit fiebriger Wonne.
Feine
Elfchen, schräge Engel,
Dämmerscharen schwärmen leise.
Läuten Glockenblumenstengel
zu der Abendstimmungsweise.
Blicken Dich aus schwarzen Äuglein
gar so seltsam hungrig an.
Zwicken mit den dünnen Händlein
mit den spitzen Nägeln dran.
In Dein Fleisch, Dein warmes
beißen scharfe Zähnchen.
Hundert durstig-klamme Zünglein
trinken Deine Tränchen
Trinken
Deinen roten Saft
bis zum letzten Tropfen
Schnell verläßt Dich Deine Kraft
Her hört auf
zu klopfen.
Letztes
Röcheln ist verklungen.
Bleich liegt die geschund´ne Haut.
Nur zur Flucht Deines Seelchens
erklingt der Glockenblumen
lieblicher Laut.
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